Kammermusikverein Weimar e.V.

Liebe Kammermusikfreunde,

„Dieser Art Exhibitionen waren mir von jeher von der Instrumental Musik das Verständlichste, man hört vier verständige Leute sich untereinander unterhalten…“ — Goethes vielzitierte Passage in einem Brief an Carl Friedrich Zelter paßt nur zu gut auf ein Ensemble, das in Weimar seinen Anfang nahm und seinen Arbeitsmittelpunkt hat. Umso mehr, als Goethe einen der Gründe anspricht, weshalb das Streichquartett seit Haydn einen, wo nicht den Spitzenplatz unter den Gattungen besetzt und bis hin zu Bartók, Schönberg und Lutosławski behauptet. Ursprünglich Kennern und Liebhabern zugedacht, nicht auf den Beifall der großen Menge angewiesen, ist es schnell zum Inbegriff höchster Maßstäbe geworden — auch, weil die „verständigen Leute“ gleichberechtigt, das heißt in subtil durchgebildeter Polyphonie reden; weil in ihrem Zusammenspiel die Utopie eines wahrhaft demokratischen Miteinanders keine Utopie, sondern direkt erlebbare Realität ist. Und dies unter den strengen Maßgaben des längst, u.a. vom Choral her kanonischen vierstimmigen Satzes: Sopran/Alt/Tenor/Baß entsprechend erste/zweite Violine/Bratsche/Cello. Das steht mir vor Augen, klingt mir in die Ohren, wenn die Klenkes spielen. Vier Frauen mit erlesenster Musik zu erleben, am Beieinander penibler Spieldisziplin und spontan-schöpferischer Freiheit teilzuhaben — dies anhand des vorliegenden Programms dringend zu empfehlen fällt mir so leicht!

Ihr Peter Gülke